Festpreis oder Tagessatz: wie sich das Risiko im App-Projekt verteilt

Die Wahl des Preismodells ist keine Rechenaufgabe, sondern eine Frage der Risikoverteilung. Wer sie vor dem Angebot versteht, vergleicht Angebote nicht nach der Summe, sondern nach dem, was dahintersteht.

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Beim Festpreis steht die Vergütung für ein beschriebenes Ergebnis vorab fest, beim Tagessatz wird die tatsächlich geleistete Zeit abgerechnet. Der Unterschied liegt weniger im Betrag als in der Frage, wer das Risiko trägt, wenn die Arbeit aufwendiger wird als gedacht. Bei App-Projekten entscheidet darüber vor allem, wie genau sich das Ergebnis vorab beschreiben lässt.

Zwei Preismodelle, zwei Vertragsarten

Ein fester Preis gehört typischerweise zum Werkvertrag. Geschuldet ist ein Ergebnis mit beschriebenen Eigenschaften, und bezahlt wird es nach der Übergabe oder in Abschlägen, die an Teillieferungen gebunden sind. Die Abrechnung nach Tagen gehört typischerweise zum Dienstvertrag, bei dem eine Tätigkeit geschuldet ist, aber kein bestimmter Erfolg.

Diese Zuordnung ist mehr als Buchhaltung. Wer nach Zeit bezahlt, bekommt Arbeit; wer einen Pauschalbetrag vereinbart, bekommt ein Ergebnis, das er prüfen und abnehmen kann. Beides hat seinen Platz, aber nicht für dieselbe Aufgabe.

Wer beim Festpreis welches Risiko trägt

Bei der Pauschale trägt der Auftragnehmer das Risiko, dass die Umsetzung mehr Zeit braucht als kalkuliert. Er rechnet diesen Unsicherheitsaufschlag in sein Angebot ein, und je unklarer die Beschreibung, desto größer fällt er aus. Der Auftraggeber trägt dafür ein anderes Risiko: Was nicht beschrieben ist, ist nicht enthalten, und jede Erweiterung wird neu verhandelt.

Beim Tagessatz ist es umgekehrt. Der Auftraggeber zahlt für jede Stunde, auch für Umwege und Irrtümer, und muss selbst im Blick behalten, ob sich die Arbeit dem Ziel nähert. Dafür kann er jederzeit umsteuern, ohne dass ein Änderungsverfahren nötig ist.

Wichtig ist, beide Risiken ehrlich nebeneinanderzulegen. Ein Pauschalbetrag wirkt sicherer, weil die Zahl feststeht, doch die Sicherheit reicht nur so weit wie die Beschreibung. Eine Abrechnung nach Zeit wirkt offener, doch sie verlangt vom Auftraggeber, dass er Fortschritt beurteilen kann. Welche Seite diese Aufgabe besser tragen kann, ist die eigentliche Entscheidung.

Wann ein Festpreis passt und wann nicht

Pauschal: das Ergebnis lässt sich beschreiben

Eine Anwendung mit bekannten Abläufen, Rollen und Schnittstellen lässt sich in prüfbaren Sätzen fassen, etwa in einem Lastenheft. Dann ist ein fester Preis die klarere Grundlage: Beide Seiten wissen vorab, was geliefert wird und was es kostet.

Nach Zeit: das Ergebnis ist Erkenntnis

Beratung, Konzeptarbeit oder die Begleitung einer Einführung haben kein Ergebnis, das man vorab abnehmen könnte. Hier passt die Abrechnung nach Tagen, am besten mit einem vereinbarten Rahmen und regelmäßigen Berichten, was die Zeit erbracht hat.

Weiterentwicklung über Jahre

Soll eine Anwendung dauerhaft wachsen, liegt die Versuchung nahe, einfach Tage zu kaufen. Klarer bleibt es, wenn jede Erweiterung als eigenes Paket mit Umfang, Preis und Prüfkriterien beauftragt wird. So bleibt für jedes Paket nachvollziehbar, was geliefert wurde.

Etappen und Kostengrenzen als Mittelweg

Zwischen den reinen Modellen gibt es zwei bewährte Werkzeuge. Das erste ist die Etappe: Ein großes Vorhaben wird in Abschnitte geteilt, und nur der erste wird fest bepreist. Die nächsten beschreibt man, wenn die Erkenntnisse aus dem ersten vorliegen. Das senkt den Unsicherheitsaufschlag, weil jede Etappe überschaubar bleibt.

Das zweite Werkzeug ist die Kostengrenze bei zeitbasierter Arbeit. Sie legt fest, bis zu welchem Betrag gearbeitet wird, bevor neu entschieden wird. Die Grenze ist kein Festpreis, aber sie verhindert, dass eine Beratung unbemerkt ausufert.

Fallen beim Vergleich von Angeboten

  • Die niedrigste Summe gewinnt. Ein günstiges Pauschalangebot mit dünner Leistungsbeschreibung wird durch Nachträge teuer. Verglichen wird, was enthalten ist.
  • Pauschal ohne Änderungsverfahren. Fehlt ein geregelter Weg für neue Wünsche, endet jede Diskussion im Streit darüber, was mitgemeint war.
  • Tage ohne Ziel. Wer Zeit kauft, ohne festzuhalten, wofür, kann am Ende nicht beurteilen, ob sie gut investiert war.
  • Übergabe ohne Kriterien. Auch der beste Pauschalpreis hilft nicht, wenn unklar bleibt, woran die Abnahme gemessen wird.

Wie wir Preise bilden

Die Entwicklung einer Anwendung bieten wir mit festem Preis je Etappe an, gebunden an Prüfkriterien, die vor dem Start im Angebot stehen. Beratung und Konzeptarbeit rechnen wir nach Zeit ab, mit einer vereinbarten Kostengrenze. Konkrete Beträge nennen wir erst, wenn der Umfang gemeinsam beschrieben ist. Wie das bei Anwendungen aussieht, zeigt die Seite App-Entwicklung, für KI-Vorhaben die Seite KI-Beratung.

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